Erfolgsgeschichten

Erfolgreich durch Authentizität statt Standard-Bewerbung


Bereits als junges Mädchen wusste Monika Ulver, dass sie in der Pflege arbeiten will. Nach einem Realschulabschluss machte sie eine Ausbildung als Heilerziehungspflegerin und arbeitete anschließend 26 Jahre lang voller Leidenschaft in einer Einrichtung für Hörgeschädigte. Während dieser Zeit nahm sie auch an zahlreichen Weiterbildungen teil. Da sie mit Mehrfachbehinderten Menschen arbeitete, studierte sie Heilpädagogik und bildete sich zur Wohnbereichs- und Pflegedienstleiterin weiter. Weil ihre Patienten, die sie schon lange betreute, alterten, verlange die Gesetzgebung, dass Monika Ulver zudem eine Ausbildung zur Altenpflegerin absolvierte. Zusätzlich bildete sie sich zur Sozialwirtin weiter, was ihr erlaubt, Einrichtungen zu leiten.

"Ich habe mir dann irgendwann überlegt: Noch 20 Jahre bis zur Rente ­- da möchte ich nochmal was Neues machen!", berichtet Monika Ulver. In der Einrichtung für Hörgeschädigte gab es keine Aufstiegsmöglichkeiten und sie wollte eine Stelle, bei der sie mehr von ihren zahlreichen Weiterbildungen und Qualifikationen profitierte. Da die 47-jährige seit über zwei Jahrzehnten keine Bewerbung mehr geschrieben hatte und sich unsicher fühlte, besuchte sie das Bewerbungstraining eines städtischen Trägers. "Dort habe ich allerdings nur gelernt, wie ich ganz klassische Bewerbungen schreibe: Lebenslauf und Anschreiben mit den üblichen Floskeln."

Anderthalb Jahre bewarb sich Monika Ulver in der gesamten Region - ohne Erfolg. Lange dachte sie, der Grund für die vielen Absagen sei ihre 50 prozentige Schwerbehinderung. "Die muss ich in Bewerbungen natürlich angeben und dann denken Arbeitgeber, dass ich oft ausfallen würde. Allerdings handelt es sich dabei um eine Autoimmunkrankheit, die phasenweise zu Diabetes führt - nichts, was mich vom Arbeiten abhalten würde!"

Zeig dich professionell und zeig auch, wer du bist

Durch eine Anzeige in der Zeitung wurde Monika Ulver auf ein Seminar der Kontaktstelle Ostwürttemberg - Ostalbkreis zum Thema Bewerbungen aufmerksam. Hier lernte sie, dass in klassischen, standardisierten Bewerbungsschreiben die Persönlichkeit fehlt. Neben Fakten zur Ausbildung sollte auch deutlich werden, was die Bewerberin ausmacht, wofür sie brennt. Zusammen mit Carolin Morlock, Leiterin der Kontaktstelle Frau und Beruf Ostwürttemberg - Ostalbkreis und Systemischer Coach, überlegten die Teilnehmerinnen des Seminars "Wer bin ich? Was macht mich aus? Und wie kann ich das in angemessenen Worten erläutern?"

"Aus dem Seminar habe ich einen neuen Ansatz für meine Bewerbungen mitgenommen: Zeig dich professionell, aber zeig auch, wer du bist." Mit diesem Motto im Hinterkopf hat Monika Ulver sich erneut ans Bewerben getraut. Statt klassischen Formulierungen fügte sie den Anschreiben hinzu, was sie ausmacht und warum sie die Stelle haben möchte - so, wie sie es im Seminar von Frau und Beruf gelernt hat.

Auf zwei Bewerbungen erhielt Monika Ulver dann zwei Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Direkt nach dem ersten Gespräch bekam sie die Zusage für ihre Wunschstelle. "Wir haben uns direkt für Sie entschieden, weil sie authentisch sind. Sie können Emotionen zeigen und auf Leute zugehen, genau so jemanden suchen wir für die Stelle", war die Begründung ihres neuen Arbeitgebers. Monika Ulver ist jetzt Einrichtungsleiterin bei der Lebenshilfe und baut dort einen Assistenz- und Pflegedienst auf.


Kontaktstelle Ostwürttemberg - Ostalbkreis, Juni 2017

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