Seit 2024 ist Annika Theobald als Referentin bei Frauen.Unternehmen.Zukunft dabei. Im Rahmen unseres Jubiläums haben wir mit ihr über ihre Erfahrungen und die Bedeutung der Workshopreihe gesprochen.
Wer bist du und was machst du beruflich?
Ich bin Annika Theobald, systemische Organisationsentwicklerin. Im Kern begleite ich Führungskräfte- und Teamentwicklungen – meistens eingebettet in größere Veränderungsprozesse. Daneben coache ich im Bereich professionelles Karrierecoaching. Und seit vielen Jahren unterrichte ich an den Hochschulen Pforzheim und Aalen in zwei Masterstudiengängen – das macht mir bis heute große Freude.
Seit wann bist du als Referentin bei Frauen.Unternehmen.Zukunft dabei?
Seit 2024, mit dem ersten Durchlauf Zukunftsfrauen I. 2025 durfte ich mit Zukunftsfrauen II anschließen und im Herbst 2026 freue ich mich auf die dritte Runde.
Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?
Mich reizt es, Menschen in ein gutes, wirksames Miteinander zu bringen, wo sie entsprechend ihrer Stärken ressourcen-orientiert arbeiten und im echten Austausch miteinander sind. Für mich das I-Tüpfelchen dabei: Wenn ich speziell Frauen unterstützen kann, etwa in Führungskräfteentwicklungen oder im Karrierecoaching. Frauen im beruflichen Umfeld Rückenwind zu geben, liegt mir besonders am Herzen.
Was verbindest du persönlich mit der Kontaktstelle?
Für mich steckt es schon im Namen: Menschen , vor allem Frauen, in Kontakt zu bringen. Männer pflegen ihre beruflichen Netzwerke oft sehr bewusst, unter Frauen ist das häufig zu wenig ausgeprägt. Genau da setzt die Kontaktstelle an: Frauen vernetzen und gegenseitige Unterstützung ermöglichen.
Welche Bedeutung hat die Kontaktstelle aus deiner Sicht für Frauen in der Region?
Sie schafft vor allem Zugänge, öffnet Türen und bringt Frauen miteinander in Kontakt. Gerade in Veränderungsmomenten im Leben oder im Anschluss daran ist das etwas sehr Wertvolles.
Was motiviert dich, im Format Frauen.Unternehmen.Zukunft mitzuwirken?
Vor allem der Vernetzungsgedanke: Spannende Frauenprofile mit spannenden Unternehmen und Zukunftsthemen zusammenzubringen. Und Rückenwind zu sein für Frauen, die sich beruflich umorientieren und mit ihren Fähigkeiten woanders wirksam werden möchten.
Welche Erfahrungen hast du in den Veranstaltungen gemacht?
Besonders auffällig finde ich, mit wie viel Energie und gegenseitiger Unterstützung sich die Frauen in diesen fast ausschließlich weiblich geprägten Runden begegnen. Es liegt viel Wohlwollen im Raum, dieses Gefühl von "wir helfen einander". Das inspiriert mich immer wieder, genau wie die Entwicklungsschritte, die die Frauen innerhalb der Formate machen.
Was nimmst du aus dem Austausch mit den Teilnehmerinnen mit?
Positive Energie, Lust zu wachsen und Dinge zum Positiven zu verändern. Und viel aus den einzelnen Lebens- und Entwicklungsgeschichten der Teilnehmerinnen. Die sind immer so unterschiedlich und es ist herrlich zu sehen, mit wie viel professioneller Kompetenz die Frauen meistens ausgestattet sind.
Gab es besondere Momente oder Erfolgsgeschichten, die dich berührt oder inspiriert haben?
Was mich immer wieder inspiriert hat, war, wenn die Frauen aus einem kleinen Austausch zu zweit oder zu dritt zurückkamen und wie sehr sie dann gestrahlt haben. Einfach, weil sie gemerkt haben, wie viel jede Einzelne mitbringt, trotz paralleler Care-Arbeit und Familiensystemen. Das war wie ein Spiegel, den sie sich gegenseitig vorgehalten haben – sehr bestärkend für den Mehrwert, den jede von ihnen leistet.
Warum sind Netzwerke, Weiterbildung und gegenseitige Unterstützung für Frauen wichtig?
Weil es gerade bei Netzwerk und gegenseitiger Unterstützung oft noch zu wenig gibt. Frauen tragen durch die Care-Arbeit meist einen weiteren, großen Rollenhut, dadurch kommt oft zu kurz, was Männern besser gelingt zu pflegen. Professionelle Netzwerke sind wichtig, um Möglichkeiten zu erkennen und thematisch im Bild zu bleiben . Das ist eine gute Ausgangslage, um zu wissen, in welche Richtung man wachsen möchte. Sie sind der Kitt des beruflichen Geschehens und gleichzeitig ein Katapult für Frauen, sich so weiterzuentwickeln, wie es ihnen Freude macht.
Was möchtest du Frauen mitgeben, die sich beruflich neu orientieren oder weiterentwickeln möchten?
Es ist nie zu spät dafür! Das kann, darf und soll in jedem Alter passieren! Eine Neuorientierung ist kein Fehlschlag, sondern ein Zeichen: Man ist aus einem Profil herausgewachsen, hat neue Interessen und Kompetenzen entwickelt (manchmal gerade durch die Care-Arbeit.) Vielleicht haben sich auch die eigenen Werte verändert. Das ist für mich ein großer Glücksmoment, denn diese Veränderung macht Platz für Wirksamkeit an anderer Stelle. Deshalb: Immer wenn das Bauchgefühl Zeit für Veränderung signalisiert – gut hinhören und keine Angst haben, diesem Gefühl nachzugehen.
Berufliche Veränderung beginnt oft mit einer Begegnung, einem Gespräch oder einem neuen Impuls. Die Kontaktstelle und das Format Frauen.Unternehmen.Zukunft zeigen eindrucksvoll, wie viel Potenzial entsteht, wenn Frauen sich vernetzen, gegenseitig stärken und ihre Kompetenzen sichtbar machen.
Wenn Ihr Bauchgefühl nach Veränderung ruft, hören Sie hin. Informieren Sie sich über die Angebote der Kontaktstelle und nehmen Sie Kontakt auf - der erste Schritt in eine neue berufliche Zukunft könnte näher sein, als Sie denken.
Heute, zehn Jahre später, blicken wir stolz zurück – und neugierig nach vorn.