Mit Leidenschaft, Disziplin und Mut zur Unternehmerin: Luz Aguirre und ihre Schokoladenmanufaktur Abemon
Der Weg von Luz Aguirre führte sie im Jahr 2000 aus Ecuador nach Deutschland. Nach ihrem MBA-Studium im Bereich Internationales Marketing in Reutlingen und verschiedenen beruflichen Stationen ließ sie sich schließlich mit ihrer Familie in Calw nieder. Dort entstand einige Jahre später eine Geschäftsidee, die ihre alte und ihre neue Heimat miteinander verbinden sollte.
Als ihre jüngste Tochter zwei Jahre alt war, nahm der Gedanke an eine Selbstständigkeit konkrete Formen an: Die Idee, hochwertigen Kakao aus ihrem Heimatland zu verarbeiten und daraus handgefertigte Schokoladenprodukte herzustellen, begeisterte sie sofort. Mit viel Leidenschaft, Disziplin und Ausdauer verfolgte sie ihr Vorhaben konsequent weiter. 2014 gründete sie schließlich die Schokoladenmanufaktur Abemon.
Die ersten Jahre wurde der Betrieb im eigenen Haus untergebracht bis Ende 2020 als das Wachstum des Unternehmens den Umzug in die heutigen Räumlichkeiten im Untergeschoss des Würzbacher Bauerntheaters möglich machte.
Der Schritt in die Selbstständigkeit war für sie nicht völlig neu. Schon ihre Mutter war Unternehmerin, sodass sie früh mit unternehmerischem Denken in Berührung kam. Die Gründung erschien ihr als ideale Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse einzubringen und gleichzeitig die nötige berufliche Flexibilität für ihre Familie zu bewahren.
Zu Beginn stand sie jedoch vor denselben Fragen wie viele Gründerinnen: Wo fange ich an? Welche Schritte sind notwendig? Und in welcher Reihenfolge gehe ich sie an? Rückblickend betont sie, wie wichtig es ist, die richtigen Informationsquellen zu finden und daraus einen klaren Weg zur Gründung zu entwickeln. Besonders hilfreich war für sie der Existenzgründer-Sprechtag der IHK Nordschwarzwald Ende 2013.
Frauen, die mit dem Gedanken einer Existenzgründung spielen, möchte sie deshalb Mut machen: „Suchen Sie sich Netzwerke und tauschen Sie sich mit Gleichgesinnten aus. Das hilft dabei, Unsicherheiten abzubauen und neue Perspektiven zu gewinnen.“
Einen einzelnen Schlüsselmoment, in dem sie wusste, dass sie es schaffen würde, gab es für Luz Aguirre nicht. Vielmehr waren es die Überzeugung von ihrer Idee, eine hohe Eigenmotivation und die Unterstützung ihrer Familie, die sie Schritt für Schritt vorangebracht haben. Die Rückendeckung ihres persönlichen Umfelds verschaffte ihr den nötigen Freiraum, um ihre Geschäftsidee erfolgreich umzusetzen.
Die Selbstständigkeit hat ihr Berufsleben nachhaltig verändert. Sie hat nicht nur fachlich viel dazugelernt, sondern sich auch persönlich weiterentwickelt. Im Marketingstudium spielten soziale Medien noch keine Rolle. Heute gehören digitale Kommunikation und Social Media selbstverständlich zu ihrem Unternehmensalltag. Gleichzeitig hat Luz Aguirre viele eigene Stärken entdeckt, die ihr zuvor nicht in diesem Umfang bewusst waren. Sie beschreibt sich selbst als lösungsorientiert, anpassungsfähig und resilient. Zudem bereichern die Begegnungen mit Kundinnen, Kunden und Geschäftspartnern ihren beruflichen Alltag bis heute.
Besonders stolz ist Luz Aguirre auf ihren gesamten Weg. Als sie nach Deutschland kam, musste sie sprachliche und kulturelle Herausforderungen meistern. Mit Offenheit, Fleiß und dem Wunsch, sich in ihrer neuen Heimat einzubringen, lernte sie die deutsche Sprache, knüpfte Freundschaften und entwickelte ihren beruflichen Weg erfolgreich weiter.
Ihre Selbstständigkeit bedeutet für sie nicht nur persönliche Erfüllung und finanzielle Unabhängigkeit. Sie sieht sich auch als Vorbild für ihre Töchter und möchte ihnen zeigen, dass es sich lohnt, eigene Ziele mutig zu verfolgen und kontinuierlich an sich zu arbeiten.
Vor rund vier Jahren wurde Luz Aguirre über Instagram auf die Kontaktstelle Frau und Beruf Nordschwarzwald aufmerksam. Kurz darauf besuchte sie ihre erste Veranstaltung in Calw und ist seitdem regelmäßige Teilnehmerin bei Veranstaltungen und Netzwerktreffen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein Angebot zum Thema Stärken. Eine Erkenntnis begleitet sie bis heute: Jede Frau verfügt über individuelle Stärken, auf denen sie aufbauen kann. Diese gezielt weiterzuentwickeln sei wesentlich hilfreicher, als sich auf vermeintliche Defizite zu konzentrieren.
Für Luz Aguirre ist die Kontaktstelle Frau und Beruf eine wertvolle Plattform für Frauen, die sich persönlich und beruflich weiterentwickeln möchten. Sie schätzt insbesondere den geschützten Rahmen, die vielfältigen Angebote und die Möglichkeit, sich mit anderen Frauen zu vernetzen sowie das bei den Veranstaltungen Frauen andere Frauen stärken.
Auch konkrete Erfolge sind daraus entstanden: Über die Kontaktstelle knüpfte sie neue berufliche Kontakte, gewann Kundinnen und Kunden und erhielt hilfreiche Hinweise für die Besetzung einer Assistenzstelle in ihrem Unternehmen. Für sie zeigt sich immer wieder: Netzwerken ist ein entscheidender Baustein für beruflichen Erfolg.
Auf die Frage, wie sie die Kontaktstelle Frau und Beruf in drei Worten beschreiben würde, antwortet sie spontan:
„Perspektiven. Stärke. Frauen.“
Diese drei Worte spiegeln auch ihren eigenen Weg wider: den Mut, neue Perspektiven zu entdecken, die Stärke, Herausforderungen zu meistern, und die Überzeugung, dass Frauen gemeinsam viel bewegen können.
Heute, zehn Jahre später, blicken wir stolz zurück – und neugierig nach vorn.