Das neue Team der Kontaktstelle Frau und Beruf Schwarzwald-Baar-Heuberg: Astrid Mauch, Sophia Maier-Höpfl und Larissa Sailer (von links). Foto: Miriam Kammerer/IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg
In der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg wird derzeit eine neue Kontaktstelle Frau und Beruf aufgebaut. Die Kontaktstelle bietet Wiedereinstiegsberatung, Orientierungsberatungen zu Berufswechsel, Karriereplanung, Gründungsvorhaben und Veranstaltungen rund um das Thema Frau und Beruf. Ab Mai werden die Beratungen für Frauen starten. Die neue Kontaktstelle ergänzt das seit 30 Jahren bestehende erfolgreiche Landesprogramm Kontaktstellen Frau und Beruf Baden-Württemberg um einen neuen Standort. Das vom Wirtschaftsministerium geförderte Beratungsangebot sollen die strukturelle Benachteiligung von Frauen im Berufsleben adressieren und setzt sich ein für Chancengleichheit im Erwerbsleben, flexible Arbeitszeitmodelle und die Verbesserung von Erwerbsmöglichkeiten ein.
„Wir können jeder Frau, die zu uns kommt, eine kostenfreie einstündige Orientierungsberatung anbieten”, sagt Sophia Maier-Höpfl, die Leiterin der neuen Kontaktstelle. „Ziel ist es, die Frauen in der Region beruflich zu stärken und Unterstützung für die Herausforderungen des Jobmarkts zu bieten.” Um das umzusetzen, arbeitet Maier-Höpfl zusammen mit Astrid Mauch und Larissa Sailer im Team bereits seit Anfang März auf Hochtouren im Haus der Wirtschaft in Villingen-Schwenningen.
Die Bandbreite der Themenfelder ist groß: Mental Load im Job und häusliche Mehrarbeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Wiedereinstieg nach Babypause oder Pflege von Angehörigen, Berufswechsel und Karriereplanung, genauso wie gleiche Bezahlung für gleichwertige Leistung sind Einsatzgebiete der Kontaktstelle.
„Gleichzeitig wollen wir mit regionalen Unternehmen ins Gespräch kommen und weibliche Fachkräfte in die Unternehmen bringen. Dazu gehört auch, anhand von Bedarfsanalysen gewonnene Erkenntnisse über bessere Vereinbarkeit von Arbeits- und Familienleben zu teilen und über Wiedereinstiegshürden und attraktive Arbeitsbedingungen für Frauen zu sprechen”, so Sophia Maier-Höpfl.
Frauen arbeiten laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg oft in schlechter vergüteten Branchen, Berufen und Anforderungsniveaus. Sie haben zudem häufiger als Männer Unterbrechungen in ihrer Erwerbsbiografie. Außerdem sind Frauen öfter als Männer nur in Teilzeit beschäftigt, was durchschnittlich auch mit geringeren Bruttoverdiensten pro Stunde einhergeht.
Jährlich errechnet das Statistische Landesamt Baden-Württemberg den Indikator für erweiterte Verdienstungleichheit, der sogenannte „Gender Gap Arbeitsmarkt“, der im vergangenen Jahr bei 41 Prozent lag. Der Gender Gap Arbeitsmarkt berücksichtigt geschlechterspezifische Unterschiede in den bezahlten Arbeitsstunden im Monat und in der Erwerbstätigenquote. Je höher sein Wert, desto größer ist die Verdienstungleichheit zwischen den Geschlechtern auf dem betrachteten Arbeitsmarkt.
Frauen, die eine einstündige Beratung in Anspruch nehmen möchten, können ab dem 15. April über die neue Webseite der Kontaktstelle Frau und Beruf Schwarzwald-Baar-Heuberg eine Beratungsanfrage schicken und einen Termin vereinbaren.
Außerdem informiert die Kontaktstelle in einem Newsletter -der hier abonniert werden kann- über ihre Veranstaltungen. Termine für die Beratungen gibt es ab Mai.