leichte SpracheGEBÄRDENSPRACHE

Mentorinnen-Programm

Die Kontaktstellen Frau und Beruf fördern mit dem Mentorinnen-Programm die Integration von Frauen mit Migrationserfahrung in den Arbeitsmarkt des Landes Baden-Württemberg.

Die Kontaktstellen fördern die Integration von Frauen mit Migrationserfahrung in den Arbeitsmarkt
Mentorinnen-Programm

Die Kontaktstellen Frau und Beruf fördern mit dem Mentorinnen-Programm die Integration von Frauen mit Migrationserfahrung in den Arbeitsmarkt des Landes Baden-Württemberg.

Die Kontaktstellen Frau und Beruf fördern die Integration von Frauen mit Migrationserfahrung in den Arbeitsmarkt
Mentorinnen-Programm

Die Kontaktstellen Frau und Beruf fördern mit dem Mentorinnen-Programm die Integration von Frauen mit Migrationserfahrung in den Arbeitsmarkt des Landes Baden-Württemberg.

Eine junge Frau Anfang 20 mit mittellangen gewellten braunen Haaren schaut lachend in die Kamera.

Zwei Ingenieurinnen in Nordschwarzwald

Mentee Lucija Misetic (l.) mit Mentorin Romana Augenstein (r.)
Mentee Lucija Misetic (l.) mit Mentorin Romana Augenstein (r.)

Die Mentorin Romana Augenstein (45) war schon vor dem ersten realen Treffen stolz auf ihre Mentee Lucija Misetic (29). Das zu Recht. Denn sie hat eine hochqualifizierte Mentee, die Sie nun unterstützen kann in dem landesweiten und vom Ministerium unterstützten Programm.


Bereits an die 25 Bewerbungen hat die Ingenieurin Lucija Misetic (29) geschrieben, als sie sich im Februar 2022 mit ihrer Mentorin Romana Augenstein zum ersten Mal auf der Terrasse des Cafés beim Schmuckmuseum Pforzheim trifft. Dick eingepackt und geschützt vor dem eisigen Ostwind lachen die beiden Frauen um die Wette mit der Sonne an einem strahlend blauen Himmel. "Kontakt haben wir seit Januar", sagt Lucija Misetic.

Kontakte und Info-Material

Zu wissen, dass man sich bei Fragen immer an die Kontaktstelle Frau und Beruf Nordschwarzwald wenden kann, dass man von dort auch Kontakte und Info-Material erhalten kann, macht Lucija Misetic und auch die zum zweiten Mal als Mentorin agierende Romana Augenstein sicherer. "Klar, ich habe viele Kontakte. Aber ich weiß ja auch nicht alles so gut wie Marija Madunic", sagt die Mentorin.

An der gleichen Universität in Zagreb studiert

Zudem werden Romana Augenstein und Lucija Misetic, die beide aus Kroatien stammen und beide an der gleichen Universität - in Zagreb - studiert haben, das von der unter dem IHK-Dach operierenden Kontaktstelle an die Hand gegebene Projekt-Begleitheft durcharbeiten. Unter anderem geht es darin um Stärken, Fähigkeiten und damit darum, dass Frauen, die man mit Hilfe des Mentorinnen-Programms im deutschen Arbeitsmarkt integrieren möchte sich selbst noch besser kennenlernen, besser einschätzen können und das nötige Rüstzeug vermittelt bekommen. "Ich bin gespannt, was da noch alles kommt. Mal schauen", sagt Lucija Misetic und lacht Romana Augenstein an.

Gute Voraussetzungen

Und Lucija Misetic scheint bis auf die Tatsache, dass sie noch keine Arbeitsstelle gefunden hat auch schon gute Voraussetzungen mitzubringen. Wenn ihr auch "das Deutschsprechen noch etwas schwerfällt", so "verstehe ich doch ziemlich alles", sagt sie. Und Pforzheim, überhaupt Deutschland, ist ihr ebenfalls nicht fremd. "Wir haben Verwandte hier, ich bin schon als Kind hierhergekommen." Seit 25 Jahren besuche sie die Stadt regelmäßig, ihre Verwandten (wo sie jetzt auch untergekommen ist) sind für sie "meine zweite Familie". Und da die Verwandtschaft kein Kroatisch spricht musste sie zwangsläufig auch Deutsch lernen. "Mein Onkel war Lehrer", sagt sie - was wohl den erfolgreichen Spracherwerb erklären soll. "Das war bei mir nicht so", erzählt Romana Augenstein, die 2005 nach Deutschland kam. Der Liebe wegen - sie lernte auf Sri Lanka einen Pforzheimer kennen, wie sie lachend erzählt. Die 45-Jährige, die in Zagreb Bekleidungstechnik und Design studierte lebt mittlerweile in der Nähe von Nagold.

Neue Stellenangebote

Die Leiterin der Kontaktstelle habe sie auch vor ein paar Jahren schon einmal für dieses Mentorinnen - Programm engagiert. Für die Ingenieurin Romana Augenstein war es auch dieses Mal keine Frage, Ja zu sagen. "Ich möchte diesen Frauen helfen. Wir müssen uns gegenseitig helfen", ist ihre Überzeugung. Sie selbst erinnert sich noch gut daran, wie sie damals nach Deutschland kam, "ohne ein einziges Wort Deutsch zu sprechen". Das jedenfalls muss sie ihrer Mentee nicht mehr beibringen. Sehr wohl aber sei es wichtig, "dass man sich nicht allein fühlt und immer fragen kann", findet die Mentorin. Und Lucija Misetic ist sich sicher: "Sie kann mir bestimmt noch viele Ratschläge geben und mir neue Stellenangebote zeigen."

Textilchemie, Kunststoff und Ökologie


Lucija Misetic könnte mit ihren Fächern Textilchemie, Kunststoff und Ökologie in der Textil- und Mode-Branche arbeiten. Auch wenn sie zuerst daran dachte, als Chemie-Laborantin in Deutschland eine Arbeitsstelle zu finden. Doch das gute Netzwerk ihrer Mentorin Romana Augenstein, das diese weltweit gespannt hat, könnte durchaus noch für die ein oder andere positive Überraschung sorgen. Sich willkommen zu fühlen, "Mut zu bekommen", das alles fühlt sich für Lucija Misetic richtig gut an. Ihr Deutsch trainiert sie weiter, erzählt dann auch stolz, dass sie inzwischen sogar den Dialekt der "Rosenheim Cops" verstehe. Das wiederum bringt Romana Augenstein zum Lachen. Und dann machen sich die beiden Kroatinnen daran, ihren nächsten Termin in Präsenz zu planen. Und die Mentorin betont, wie gern sie anderen hilft. Egal, wo und wie. Doch ihre Gedanken gehen auch über den eigenen Umkreis hinaus: Die Situation der Frauen generell zu verbessern, für die Gleichbehandlung auch bezüglich des Arbeitslohns etwa zu kämpfen, dieses Anliegen muss sie unbedingt noch loswerden.


Text und Tandemfoto von Susanne Roth (Redaktionsbüro ROTHstift, Pforzheim)

Zertifizierungssiegel DGM
Zertifizierungssiegel DGM

Seit 2018 ist das Mentorinnen-Programm durch die Deutsche Gesellschaft für Mentoring (DGM) erfolgreich zertifiziert.

© 2022 Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus