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„Welcher Job macht mich glücklich?“

Foto Susanne Schaugg
Foto Susanne Schaugg

Erste Hürden bei der Wahl des Studiums – der Numerus Clausus für das Tiermedizin-Studium war nicht zu schaffen. Das Elternhaus gab Orientierung, ein Duales Studium im Bereich Public Management bei der Stadt Ravensburg folgte. Die erste Weichenstellung für Susanne Schaugg erfolgte mit der Aufnahme der Berufstätigkeit beim Sozialamt der Stadt Ravensburg: „Die Lebenssituationen der Menschen haben mich das Leben gelehrt“, so die 56- Jährige.

Berufliche Veränderungen

Mit dem plötzlichen Tod des Schwiegervaters wechselte Frau Schaugg in den Betrieb ihrer Schwiegereltern und des damaligen Verlobten: „Für mich war es normal, immer 150 Prozent zu geben. Familienarbeit, Kinderbetreuung, ein anspruchsvoller Vollzeitjob, ehrenamtliches Engagement in Kindergarten, Schule und Gemeinderat– das war für mich Alltag.“
Nach der Scheidung von ihrem Mann 12 Jahre später, nutzte die zweifache Mutter den Einschnitt, um sich nicht nur persönlich, sondern auch beruflich neu zu orientieren: „Neben dem Hausbau und einem neuen Bürojob absolvierte ich berufsbegleitend ein Training bei der IHK in Ulm für Frauen in Führungspositionen. In diese Zeit fiel auch der Erstkontakt mit der Kontaktstelle Frau und Beruf Ravensburg – Bodensee-Oberschwaben. Ich fand eine interessante und herausfordernde Stelle als Personalleitung in einem Sozial-, Gesundheits- und Bildungsunternehmen und entwickelte mich gemeinsam mit dem Unternehmen weiter. Zum Zeitpunkt meines Ausscheidens im Jahr 2016 war ich Mitglied der Geschäftsleitung und als Personalleitung für ein Team von neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verantwortlich."

Auch die nächste berufliche Station von Susanne Schaugg nach dem Auszug der Kinder war mit viel Verantwortung verbunden: „Ich begann als Personalleiterin, aber schnell übernahm ich mit großem Engagement und hoher Identifikation weitere Aufgabenbereiche. Nach und nach wurde aber der Arbeits- und Leistungsdruck immer größer. Ich merkte, dass ich das nicht mehr bin. Dass ich diese Rolle nicht mehr authentisch und mit aufrichtigem Engagement ausfüllen kann“, berichtet Susanne Schaugg.

Neue Impulse

„Ich nahm wieder Kontakt zu meiner Beraterin in der Kontaktstelle Frau und Beruf auf. Meine Antwort auf die Frage, wie hoch mein Energielevel auf einer Skala von 1-10 sei, stimmte mich sehr nachdenklich: Vorher hatte ich mir selten den Raum zur ehrlichen Selbstreflexion zugestanden. Wie erschöpft ich war, wurde mir erst während des Gesprächs bewusst. Das hat mir gezeigt, dass ich mich erst einmal wieder auf mich konzentrieren und die Suche nach einer neuen beruflichen Aufgabe hintenanstellen muss.“ Deshalb nahm sich Susanne Schaugg eine dreimonatige Auszeit, um neue Impulse zu sammeln.

Durch einen Newsletter der Ravensburger Kontaktstelle wurde die 56-Jährige auf einen 6-wöchigen Workshop aufmerksam, der Live-Online-Trainings und E-Learning sinnvoll miteinander kombiniert - Blended Learning nennt sich das. Das Thema: „Welcher Job macht mich glücklich?“. Genau das Richtige für Susanne Schaugg!

Der Workshop

„Zentrales Anliegen des Workshops ist es, die Potenziale der Teilnehmerinnen herauszuarbeiten und eine Standortbestimmung anzuregen: Wo stehe ich? Wer bin ich? Was kann ich? Und ganz wichtig: Was will ich erreichen?“, erklärt Kontaktstellenleiterin Martina Schmidt.

„Der Workshop war eine geniale Begleitung meiner Auszeit.“, so Susanne Schaugg. „Wir haben jeden Tag von der Referentin Denkimpulse per Mail erhalten. Das habe ich als Inspiration genutzt, um nachzudenken und meine Gedanken zu ordnen – am liebsten auf langen Spaziergängen mit Hund. Zu jeder Live-Online-Sitzung haben wir Arbeitsaufgaben bekommen, die bei uns einen Prozess der Selbstreflexion anstoßen sollten. Entlang diesen Inputs konnte ich meine Gedanken schärfen und strukturieren. Das war eine längst überfällige Aufforderung zur Auseinandersetzung mit mir selbst.“
„Und je mehr ich mich auf die Fragen eingelassen habe, desto klarer wurde mir, dass ich meinen Beruf eigentlich sehr gerne mag: Mir liegt die Arbeit mit Menschen, das empathische und aufgeschlossene Zuhören. Ich möchte gestalten, auch in leitender Position. Die Rahmenbedingungen waren es, die mich glauben ließen, ich sei auf dem falschen Weg. In den letzten Jahren meiner beruflichen Karriere verspürte ich häufig Druck und Spannung. Ich wollte endlich wieder mehr Unbeschwertheit, Leichtigkeit und Fröhlichkeit, ein angenehmes Arbeitsumfeld“, erklärt die Personalerin.

Ende gut, alles gut?

Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Susanne Schaugg hat mittlerweile ihren Traumjob gefunden: „Ich arbeite in Teilzeit bei einem Finanzdienstleiter mit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dort kümmere ich mich nicht nur um Personalthemen, sondern neben der Unternehmenskommunikation auch um Fragen der Unternehmenskultur. Das alles ist eine ganz neue Erfahrung für mich. Ich habe über Jahrzehnte fünf Tage die Woche, 12 Stunden am Tag gearbeitet. Jetzt arbeite ich drei Tage in der Woche, verdiene genug und habe viel Zeit für mich – das ist schon toll.“

„Ich kann den Workshop nur empfehlen“, resümiert die 56-Jährige. „Er hat mich in meinem Selbstvertrauen und meiner Selbstwirksamkeit gestärkt und mich dazu motiviert, genauer hinzuschauen, meinen Blick zu öffnen, in die Tiefe zu gehen, mutig zu sein – und auch Jobangebote, die mir nicht gefallen, auszuschlagen. Der gesamte Prozess wurde von der Kursleiterin sehr empathisch und engagiert begleitet. Ich konnte sie jederzeit ansprechen, wenn bei mir eine wichtige Entscheidung anstand. Mein Appell: Nutzen Sie Einschnitte im Leben, um in sich zu gehen und das große Ganze zu sehen. Und: Haben Sie keine Angst vor Veränderungen!“


Susanne Schaugg, Oktober 2021
Kontaktstelle Ravensburg Bodensee-Oberschwaben

 

Hinweis der Redaktion: Der 6-wöchige Workshop „Welcher Job macht mich glücklich?“ ist für alle Frauen aus den Kontaktstellen geöffnet. Information und Anmeldung finden Sie unter: Kontaktstelle Frau und Beruf Ravensburg – Bodensee-Oberschwaben, www.frauundberuf-rv.de - Workshop: Welcher Job macht mich glücklich?

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