Frau & Berufsweg

Das Landesprogramm Kontaktstellen Frau und Beruf bietet Frauen individuelle Beratung zu allen beruflichen Fragen, von der beruflichen Orientierung über den Wiedereinstieg bis zur beruflichen Weiterentwicklung.     

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Kopf einer jungen Frau mit langen glatten Haaren. Sie hält eine Brille mit schwarzem Gestell in Höhe des Kinns vor sich.
Frau & Wirtschaft

Die Kontaktstellen Frau und Beruf sind Ansprechpartnerinnen für die Wirtschaft und für Unternehmen, die sich für Chancengleichheit und die berufliche Frauenförderung einsetzen.

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Frau mit dunklem Parka und weissem Baustellenhelm, die mit dem Handy telefoniert. In Hintergrund Auszug einer Baustelle
Frau & Netzwerk

Das Landesprogramm Kontaktstellen Frau und Beruf engagiert sich in Partner-Netzwerken, pflegt Kontakte und stellt Verbindungen zu anderen, relevanten Netzwerken und Kooperationen her, um die Gleichstellung von Frauen im Berufsleben zu fördern.

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Fünf Frauen unterschiedlichen Alters stehen im Halbkreis. Mit ihren Händen umfassen sie unterschiedliche Bänder und Seile.
Mentorinnen-Programm

Die Kontaktstellen Frau und Beruf fördern mit dem Mentorinnen-Programm die Integration von Frauen mit Migrationserfahrung in den Arbeitsmarkt des Landes Baden-Württemberg

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Eine junge Frau Anfang 20 mit mittellangen gewellten braunen Haaren schaut lachend in die Kamera.

„Das Programm ist ein 3-Gewinnerinnen-Modell“ – Mentee, Mentorin und Unternehmen profitieren!

Foto Ulrike Weindel
Eine Frau mittleren Alters lacht lebensfroh in die Kamera. Sie trägt eine Brille und eine dezente Perlenkette.

Voller Motivation und gespannt, was uns erwartet, brachen wir zur Auftaktveranstaltung des Mentorinnen-Programms für Migrantinnen in Stuttgart auf. Welche Menschen und Kulturen treffen da wohl aufeinander? Werde ich mich auf Anhieb mit den unbekannten Frauen verstehen? Werden wir erahnen, wer unsere Mentee bzw. Mentorin sein wird? Mit vielen Fragen bestiegen Valentina Mensching und ich den Zug.


Der Auftakt

Unsere Gruppe der Kontaktstelle Frau und Beruf Karlsruhe Mittlerer Oberrhein erlebte einen informativen und ereignisreichen Tag in Stuttgart. Valentina und ich tauschten uns schon in der Bahn rege aus und erfuhren dann, dass die Kontaktstelle uns zum Tandem gematcht hatte. Wir waren glücklich, denn die Chemie zwischen uns stimmte von Anfang an!
Nach einem gemeinsamen Treffen aller Tandems in der Kontaktstelle vereinbarten wir unser erstes Treffen zu zweit. Wir besprachen Valentinas Zielsetzung und wie wir vorgehen wollten, um diese zu erreichen. Als Mentorin schilderte ich meine Möglichkeiten und wir beide waren überzeugt, dass eine konstruktive, dynamische Zeit vor uns liegt.


Das Mentoring

Obwohl wir ganz unterschiedliche Arbeitszeiten haben und Valentina auch noch einen Deutschkurs belegte, um das C-Level zu erreichen, gelang uns die Terminfindung immer so, dass es beiden Seiten damit gut ging. Mal trafen wir uns bei mir zu Hause, mal in einer Eisdiele, die auf halber Strecke zwischen unseren Arbeitsstellen liegt. Da zum Zeitpunkt der Zielanalyse noch nicht klar war, ob der Lebensmittelpunkt meiner Mentee in den nächsten Jahren in Karlsruhe bleiben würde, definierten wir Teilziele und planten diese zeitlich. In unseren ersten Gesprächen ging es vor allem darum, Valentinas Selbstbewusstsein zu stärken. Und wir gewannen wichtige Erkenntnisse, indem wir analysierten, ob ihre bisher erworbenen Qualifikationen mit ihren Zukunftsplänen übereinstimmten. Weil das nicht ganz passte, konkretisierten wir, welche Schritte sie nach und nach gehen sollte, um ihre Ziele zu erreichen.  
Valentina wünscht sich, künftig als Coach zu arbeiten. Da ja noch nicht geklärt ist, wo sie dauerhaft leben möchte, hat sich Valentina für eine Fortbildung in Form eines Fernstudiums entschieden. So kann sie schon jetzt völlig ortsunabhängig mit ihrer Qualifikation beginnen. Mit dieser Fortbildung will Valentina die Grundlage für ihre langfristige berufliche Neuausrichtung legen.

Wir überarbeiteten auch Valentinas Lebenslauf und sie bewarb sich auf aktuell ausgeschriebene Stellen. Als sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, war „das Aufbauen ihres Selbstbewusstseins“ noch einmal Thema.  Sie überzeugte in diesem Gespräch und bekam den Job!
Von ihrem ehemaligen Arbeitgeber erhielt sie ein qualifiziertes Arbeitszeugnis: Da ich im Personalbereich beschäftigt bin, hatte ich Valentina hinsichtlich der deutschen „Zeugnissprache“ beraten. Ich nutzte meine Netzwerke, um treffendere Formulierungsvorschläge zu finden. Valentina überarbeitete das ursprünglich ausgestellte Zeugnis und suchte das Gespräch mit ihrem früheren Arbeitgeber. Dieser hat ihr Zeugnis dann entsprechend umformuliert und neu ausgestellt.


Neue Wege

In der Zwischenzeit haben wir uns weiterhin getroffen und über WhatsApp ausgetauscht. So haben wir u.a. die Einstellungsunterlagen von Valentinas neuem Arbeitgeber bearbeitet und die weitere Zielausrichtung besprochen. Ich gab an Valentina meine Kenntnisse über Fördermittel und dafür zuständige Beratungsstellen für Fortbildungen in Baden-Württemberg weiter. So konnte sie erreichen, dass ihre Fortbildung durch die Bildungsprämie gefördert wird.


Unsere Bilanz

Unsere gesamte Zusammenarbeit war und ist von einer großen gegenseitigen Wertschätzung geprägt. Über die Monate entwickelte sich eine Freundschaft, die auch nach dem Ende des Mentorinnen-Programms anhalten wird. Meine Begleitung als Mentorin wird nicht mit der Abschlussveranstaltung enden. Darüber waren wir uns sofort einig.

Unser Fazit: Das Programm ist ein „3-Gewinnerinnen-Modell“! Die Mentee stärkt ihr Selbstbewusstsein, partizipiert vom Netzwerk und dem Fachwissen der Mentorin und richtet sich beruflich neu und zielgerichtet aus. Die Mentorin erhält die Chance, ihre Sozialkompetenz zu stärken und deutsche Strukturen und Gepflogenheiten aus dem Blickwinkel einer Zugereisten zu betrachten. Und die Wirtschaft gewinnt Fachkräfte!


Kontaktstelle Karlsruhe – Mittlerer Oberrhein
Ulrike Weindel im Februar 2020

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