Tipps für die Jobsuche bei Einstieg, Aufstieg, Wiedereinstieg...

Das Internet hat die Stellensuche revolutioniert. Nie zuvor gab es so viel Transparenz auf dem Stellenmarkt: Jobs aller Couleur von Flensburg bis nach Sonthofen findet man bei den Jobbörsen im Internet. Für Interessierte, die regional nach Stellen suchen, gibt es neben dem Internet noch andere Wege, um letztendlich bei attraktiven Arbeitgeberinnen oder Arbeitgebern zu landen. Gerade Frauen, die nach der Familienphase einen Wiedereinstieg suchen, und sich wegen der Familie örtlich gebunden fühlen, nutzen auch diese Wege erfolgreich.

Die Jobsuche über alle Kanäle

Jobbörsen und Suchroboter

Bei der Stellensuche im Internet unterscheidet man zwischen den Jobbörsen und den so genannten Metasuchmaschinen. Letztere durchforsten das Netz mit so genannten "Robots" nach offenen Stellen. Sie nutzen dabei Jobbörsen, aber auch Karriereseiten der Unternehmen und andere Quellen im Internet.

Jobbörsen gibt es mittlerweile Hunderte, die sich zum Teil auch spezialisiert haben: Auf bestimmte Berufe, auf Branchen, auf Regionen und vieles mehr. Die Arbeitsagentur betreibt unter www.arbeitsagentur.de/jobsuche/ eine der größten Online-Stellenbörsen in Deutschland (Quelle: Arbeitsagentur). 
 

Job- oder Karrieremessen

Wer den direkten Kontakt zu Personalverantwortlichen sucht, ist auf Job- oder Karrieremessen richtig. Firmen, die Fachkräfte brauchen, präsentieren sich dort mit ihren Stellen- und Ausbildungsangeboten. Ein erstes Gespräch mit den Repräsentanten vor Ort sollte vorbereitet werden, wenn die Bewerberin in guter Erinnerung bleiben will. Und man kann die Chance auch gleich nutzen und Bewerbungsunterlagen mitbringen. Im Vorfeld jeder Messe gibt es dazu einen Ausstellerkatalog im Internet, anhand dessen man gezielt Firmen für den Besuch auswählen kann. Im persönlichen Gespräch vor Ort lässt sich so manche Frage unkompliziert klären.

Über die konkreten Stellenangebote hinaus, lässt sich durch den Auftritt an den Messeständen auch etwas über die Unternehmenskultur erfahren. 
 

Soziale Netzwerke 

Soziale Netzwerke wie "Linkedin" oder "Xing" haben sich auf berufliche Kontakte spezialisiert und werden bei der Stellensuche immer wichtiger. Sie haben eigene Bereiche, in denen Stellenangebote ausgeschrieben werden. Man kann aber auch im eigenen Profil hinterlegen dass man auf Jobsuche ist oder sich neu orientiert - nicht selten ergeben sich daraus konkrete Anfragen von Unternehmen oder Headhuntern. Sich in einem dieser Netzwerke einzuschreiben, erweitert aber auch das persönliche Netzwerk und hilft dabei, über Kontakte offene Stellen zu finden, indem man frühzeitig davon erfährt. Natürlich kann man auch seine Netzwerkkontakte aktiv darüber informieren, dass man auf Stellensuche ist - so werden Stellen sehr schnell über diese professionellen Netzwerke besetzt, bevor sie überhaupt in Stellenbörsen gelangen.
 

Branchenverzeichnisse

Auch Branchenverzeichnisse können nützlich sein, wenn es darum geht, Firmen in der Region zu erkunden. Insbesondere bei Initiativbewerbungen helfen sie bei der Suche nach möglichen Arbeitgebern. Manche Industrie- und Handelskammern veröffentlichen Branchenverzeichnisse im Internet, um die Suche nach Ausbildungsplätzen zu erleichtern. Diese Verzeichnisse bieten einen allgemeinen Überblick, welche Firmen und Branchen in der eigenen Region ansässig sind. Ein gutes Beispiel ist das Ausbildungsmagazin “Sprungbrett" der IHK Nordschwarzwald mit einem Verzeichnis aller Ausbildungsbetriebe. 
 

Firmenwebsites

Auch auf den Internetseiten von Unternehmen sind in der Regel unter den Rubriken “Jobs”, “Stellenangebote” oder “Karriere” Stellenausschreibungen vorhanden. 
 

Regionale Presse

Stellen, bei denen ein Arbeitgeber keinen überregionalen Andrang erwartet, werden zum Teil auch noch in regionalen Medien wie Tageszeitung oder Wochenblättern ausgeschrieben. Zeitungen haben häufig auch eigene Stellenportale im Netz, auch hier lohnt sich auf jedem Fall ein Blick.

Die Stellenanzeigen

“Stellenanzeigen bestehen aus “Must haves” (engl. "muss man haben"), also Anforderungen, die für das Unternehmen sehr wichtig sind und “Nice to haves” (engl. "nett, zu haben"), die zwar wünschenswert sind, aber nicht zwingend notwendig. In den Stellenanzeigen ist teilweise nicht sofort ersichtlich, was "Must haves" und "Nice to haves" sind. Bewerberinnen können diese Unterscheidung im Vorstellungsgespräch klären.

Diese Unterscheidung zu kennen ist wichtig, denn viele Frauen bewerben sich schon gar nicht nicht, weil sie nicht alle Anforderungen in der Anzeige abdecken. Hier ist Mut gefragt, denn eigentlich sind nur die "Must haves" wichtig - von diesen sollte man einen Großteil erfüllen. Es ist sogar eher selten, dass Bewerber alle Anforderungen im Stellenprofil erfüllen, das wissen auch die Unternehmen. Also gilt: Bei einer spannenden Stelle auf jedem Fall bewerben und seine Chancen versuchen, auch wenn das Profil nur zu 70% passt.

TIPP

Die Kontaktstellen Frau und Beruf haben viele Erfahrungen im Bereich der Stellensuche und helfen gerne weiter. Sie vermitteln allerdings keine Stellen.

Frauen und Arbeitgeber

Manche Arbeitgeber haben erkannt, dass sie ihrem Fachkräftemangel begegnen können, indem sie verstärkt auf Frauen als Bewerberinnen setzen. Sie schreiben ihre Stellenanzeigen dann so aus, dass sich Frauen direkt angesprochen fühlen. Eine Studie hat herausgefunden, dass sich Frauen von manchen Begriffen in Stellenanzeigen wie "Ingenieur, Techniker, Angestellter" abschrecken lassen. Andersherum passiert das nicht: Wird eine Ausschreibung für weibliche Bewerberinnen getextet, stört das Männer nicht und hält sie auch nicht von der Bewerbung ab.
Quelle: Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung

Der Stellencheck

Nicht nur die Aufgaben und Inhalte einer ausgeschriebenen Stelle müssen passen. Es gibt eine Vielzahl von Kriterien, die man beim Aussuchen eines Stellenangebotes bedenken muss.
 

Passt der Standort der ausgeschriebenen Stelle? Fahrzeiten kosten Zeit und Geld!

Die Entfernung zum Wohnort kann durch Fahrtkosten schnell eine bessere Entlohnung “auffressen” und viel kostbare Freizeit belegen. Hier ist die genaue Beurteilung der Fakten notwendig und auch die Frage zu beantworten, ob mehr freie Zeit vielleicht wichtiger ist als als mehr Geld.
 

Ist der Aufgabenbereich attraktiv?

Natürlich sollen auch die Aufgabenfelder zu Ihnen passen. Sind dies Aufgaben die Sie gerne durchführen und können Sie sich zumindest vorstellen diese jeden Tag mit Freude durchzuführen?
 

Passen die Arbeitszeiten - zum Beispiel zur Familiensituation?

Auch das Zeitmodell muss stimmen. Gibt es flexible Arbeitszeiten oder eine Kernarbeitszeit, die beispielsweise zur Kinderbetreuung passt? Ist ein Teil der Arbeitszeit auch im Homeoffice möglich? Gibt es ein Jahresarbeitszeitkonto, in dem man Phasen intensiverer Beanspruchung mit weniger Arbeit in flaueren Zeiten ausgleichen kann?
 

Ist das Gehalt attraktiv und / oder gibt es Aufstiegsmöglichkeiten?

Das liebe Geld: Für viele Bewerberinnen ist es schwierig, im Vorstellungsgespräch eine Gehaltsvorstellung anzugeben. Einige Arbeitgeber, die dies im Blick haben, berücksichtigen das bereits bei der Ausschreibung einer Stelle, zum Beispiel so: „Je nach Erfahrung und Qualifikation ist für diese Position ein Bruttojahresgehalt von bis zu 40.000 Euro möglich.“ So ist es für Interessenten einfacher, bei der Bewerbung eine entsprechende Gehaltsforderung anzubringen. Frau sollte Ihre Kompetenzen auf keinem Fall unter Wert verkaufen.
 

Passt die Unternehmenskultur? Werden Sie sich im Unternehmen wohl fühlen?

Unternehmenskultur: Die Unternehmenskultur prägt das gemeinsame Miteinander von Kollegen, aber auch das Verhältnis zwischen Chefs und Angestellten. Wie familienfreundlich ein Unternehmen aufgestellt ist, sieht man an flexiblen Arbeitszeitmodellen, Jobsharing auch in Führungspositionen oder auch an Dienstleistungen, die Familien entgegenkommen, wie zum Beispiel Betriebskitas. Manche Firmen bieten ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auch an, im Homeoffice zu arbeiten, wenn ein Kind krank ist.
 

Tut der angebotene Job der Gesundheit gut? 

Last but not least: Die Gesundheit darf nicht leiden! Psychische Erkrankungen und Krankheiten von Skelett, Muskeln oder Bindegewebe gehören zu den Hauptursachen von Berufsunfähigkeit. (Quelle: Nürnberger Versicherung). Es gilt also hier zu hinterfragen, ob der angebotene Job die - vielleicht schon angeschlagene - Gesundheit nicht beeinträchtigt.

(Quelle: www.eltern.de) 

Der Arbeitsmarkt: Welche Berufe sind gefragt?

Der Arbeitsmarktmonitor der Arbeitsagentur beschreibt die Arbeitslage bundesweit und in Bundesländern bzw. Regionen. Hier lässt sich sehen, welche Jobs am gefragtesten sind. Je mehr Stellen in der Wirtschaft bereits besetzt sind, desto schwieriger ist es für Arbeitgeber eine passende Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter zu finden. Tätigkeitsbereiche, bei denen ein Fachkräftemangel herrscht, sind eine Chance für alle, die sich auf den Markt begeben. Wie kann man feststellen, ob in einer Branche ein Fachkräftemangel herrscht?

Ein Beispiel: Im April 2022 waren in Baden-Württemberg bei den medizinischen Berufen 4.696 Arbeitslose gemeldet. Die offenen Stellen waren mit 5.535 angegeben (Relation: 0,8). Das Beispiel macht deutlich: Selbst wenn alle Arbeitslosen eine der offenen Stellen annehmen würden, wären noch Stellen zu haben. Die Chance, eine Stelle zu finden, ist also sehr gut. Beim Vorstellungsgspräch sind Bewerberinnen und Bewerber in einer vorteilhaften Ausgangsposition.

TIPP

Nicht alle der in einer Ausschreibung geforderten Qualifikationen müssen erfüllt werden. Was fehlt, kann auch zum Beispiel in einer Fortbildung erworben werden. Die Beratungsstellen Fraue und Beruf helfen hier weiter.