Klimaheldin* im Handwerk

Mit (jungen) Frauen in klimarelevanten Handwerksberufen den Klimaschutz voranbringen

Das Handwerk spielt eine Schlüsselrolle für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Energiewende. Gleichzeitig sind Frauen im Handwerk stark unterrepräsentiert. 

  • Nur 25 % der Beschäftigten im Handwerk sind Frauen (KOFA, 2025)
  • Beispielsweise waren in Freiburg 2024 nur 1,4 % der neuen SHK-Auszubildenden weiblich (BIBB, 2024)
  • Nach einem Jahr bleiben nur 44 % der Auszubildenden im Betrieb und nur 88 % aller Absolvent*innen arbeiten weiter im Handwerk (IAB 2023; 2024)

Hier setzt das Projekt Klimaheldin* im Handwerk an: mit klischeefreier Berufsorientierung, gezielter Förderung und einem Kulturwandel, der Vielfalt und Gleichberechtigung ermöglicht.

Gemeinsam mit Partner*innen aus Handwerk, Bildung, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung fördern wir eine offene, diskriminierungsfreie und zukunftsorientierte Handwerkskultur. Dafür haben wir in der ersten Projektphase Arbeitsgruppen gegründet, die nun gemeinsam an der Umsetzung unserer Ziele arbeiten.

Unsere Vision

Interessierte Mädchen und (junge) Frauen finden im Klimahandwerk vielfältige Zugänge, erleben Vernetzung, Sichtbarkeit und Wertschätzung und gestalten eine offene, gleichberechtigte Handwerkskultur aktiv mit.

Motivation

Das Handwerk ist zentral für den Klimaschutz – gleichzeitig sind Frauen hier stark unterrepräsentiert. Ziel des Projekts ist es, zwei zentrale Zukunftsthemen zu verbinden: Klimaschutz und Gleichstellung.

Vorgehensweise

Gemeinsam mit Partner*innen aus Handwerk, Bildung, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung fördern wir eine offene, diskriminierungsfreie und zukunftsorientierte Handwerkskultur.

Finanzierung

Das Projekt wird vom Zukunftsfonds Klimaschutz der Stadt Freiburg bis Ende 2028 finanziert. Ziel ist es, nachhaltige Strukturen zu schaffen, die über die Projektlaufzeit hinaus Bestand haben.

Themenschwerpunkte und Ziele

Kooperationen, Maßnahmen und Veranstaltungen

Unser Ziel:

Mädchen und (junge) Frauen in der beruflichen Orientierung finden einen Beruf, der zu ihren Interessen und Stärken passt.

Bereits umgesetzt:

  • Beitritt der Stadt Freiburg zur Initiative Klischeefrei
  • Erste Schulungen von Berufsberatenden in Freiburg wurden erfolgreich durchgeführt 
  • Sichtbarmachung des Klimahandwerks im Rahmen des Girls’ Day-Angebots der Kooperationsveranstaltung von: Agentur für Arbeit Freiburg, Frauenbeauftragte Stadt Freiburg, IN VIA und Tritta*: Videos von Frauen im Klimahandwerk wurden als Berufsorientierungsmaßnahme eingebunden

In Planung:

  • Brancheneinblick in einen SHK-Betrieb; Gespräche und Terminabstimmungen laufen bereits
  • Weitere Schulungen für Berufsberatende sowie Entwicklung eines auf die Region Freiburg zugeschnittenes, praxisorientierten Aufbauformats
  • Ausweitung des bereits genannten Girls’ Day-Angebots unter Einbeziehung der Projekte „Handwerk für den Klimaschutz“ der Energieagentur Regio Freiburg und der Ausbildungsbotschafterinnen der HWK Freiburg
  • Gemeinsame Veranstaltung mit SchuleWirtschaftBW unter dem Arbeitstitel „Klimahandwerk – Mädchen gestalten Zukunft“ (Zielgruppe: 5. und 6. Klassen und deren Eltern): Ausbildungsbotschafter*innen sowie „Handwerk für den Klimaschutz“ sollen aktiv eingebunden werden
  • Konzeption eines Berufsorientierungsprojekts in Kooperation mit fesa e. V.
  • Mitgestaltung eines Biografie Talks von Frauen im Handwerk im Rahmen eines 30-Minuten Plenums der Job-Start-Börse

Mitwirkende Institutionen:

Agentur für Arbeit Freiburg, Energieagentur Regio Freiburg, FWTM, fesa e. V., Handwerkskammer Freiburg, Jobcenter Breisgau-Hochschwarzwald, Jugendberatung Freiburg, Klimaschutz im Bundestag, Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, SchuleWirtschaft Baden-Württemberg und Vertreter*innen städtischer Ämter (aus den Bereichen: Erfolgreich in Ausbildung, Regionales Übergangsmanagement, AV-Dual, Schulsozialarbeit und Ausbildung).

Unser Ziel:

Frauen im Handwerk erleben sich als Teil einer starken, solidarischen Gemeinschaft, die sie in ihrer beruflichen Entwicklung stärkt, Sichtbarkeit schafft und gegenseitiges Empowerment ermöglicht.

Bereits umgesetzt:

  • Austausch mit bestehenden Netzwerken (HWK Berlin, Kompetenzzentrum Berliner Handwerker*innen)
  • Durchführung eines Kick-Off-Termins am 13.03.2026 zur Initiierung eines Netzwerks für Frauen* im Handwerk und in klimarelevanten Berufen mit 60 Teilnehmerinnen

In Planung:

  • Weitere Verknüpfung mit dem Mentoringprogramm der HWK Freiburg
  • Ausbau des Netzwerks und Entwicklung weiterer bedarfsorientierter Formate, beispielsweise:
     
    • Vernetzungstreffen nach Gewerken
    • Betriebsbesuche
    • Fach- und Empowerment-Workshops

Mitwirkende Institutionen:

Handwerkskammer Freiburg, Walther Rathenau Gewerbeschule, Friedrich Weinbrenner Gewerbeschule.

Unser Ziel:

Frauen im Handwerk arbeiten in einer wertschätzenden, diskriminierungsfreien und vielfältigen Arbeitskultur, in der sie ihre Potenziale entfalten und langfristig bleiben können. 

Bereits umgesetzt:

  • Wissenschaftliche Begleitung durch die Pädagogische Hochschule Freiburg zur Bedarfsanalyse und Identifikation von Handlungsbedarfen als Grundlage für die weitere Maßnahmenentwicklung:
     
    • Quantitative Erhebung zur Zufriedenheit und Erfahrungen weiblicher Auszubildenden im Kammerbezirk der HWK Freiburg
    • Qualitative Erhebung zu den Wünschen nach strukturellen Veränderungen, um die Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten von Frauen im Handwerk zu verbessern
  • Sensibilisierung für das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sowie Sichtbarmachung externer Anlaufstellen für von Diskriminierung betroffene Personen: Entwicklung eines Informations- und Anlaufstellen-Poster für Schulen, Betriebe und weitere Einrichtungen mit Zielgruppenkontakt
  • Erste Konzeption und strategische Ausarbeitung einer Selbstverpflichtungsinitiative für Handwerksbetriebe, Berufsschulen und überbetriebliche Ausbildungsstätten unter dem Titel: „Initiative Faires Handwerk – Frauen* stärken. Klima schützen. Handwerk neu denken.“

In Planung:

  • Durchführung von digitalen Mittagsimpulsen für Handwerksbetriebe in Kooperation mit Handwerk BW und der HWK Freiburg zum Themenschwerpunkt „Unterschätztes Potenzial: Frauen für das Handwerk gewinnen und halten.“
  • Aktiver Beitrag auf einer Fachtagung „Bildung in der Klimakrise“ vom 07. – 09.09.26 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg
  • Akquise von Pilotbetrieben zur Durchführung eines Realitätschecks der „Initiative Faires Handwerk“ sowie Durchführung einer Bedarfsanalyse und weitere Konzeption 
  • Beauftragung einer wissenschaftlichen Begleitung zur fundierten Ausarbeitung des Organisationsentwicklungs-Konzepts der Initiative mit dem Ziel, Messbarkeit und Evaluierbarkeit sicherzustellen

Mitwirkende Institutionen:

fesa e. V., FWTM, Handwerk BW, Handwerksbetrieben (Handwerkerinnen und Betriebsinhaber), Handwerkskammer Freiburg, Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald (Klimaanpassung, Wirtschaftsförderung und Gleichstellungsbeauftragte), Pädagogische Hochschule Freiburg.

Unser Ziel:

Frauen im Handwerk, Mädchen und (junge) Frauen, die Interesse am Handwerk als Beruf haben, finden über sichtbare Öffentlichkeitsarbeit und vernetzte Plattformen Zugang zu Vorbildern, Austausch und Unterstützung. 

Bereits umgesetzt:

  • Entwicklung und Umsetzung eines Corporate Designs
  • Erhöhung der Projektsichtbarkeit durch verstärkte Pressearbeit

In Planung:

  • Aufbau einer zentralen Informations- und Anlaufstelle mit weiterführenden Verlinkungen
  • Ausbau der Social-Media-Präsenz zur zielgruppenspezifischen Ansprache

Mitwirkende Institutionen:

Denkraum, twentytwo media hous, Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU).

Weitere Kooperationen

  • KlimaPakt Freiburg: Erstes Austauschgespräch hat stattgefunden; gemeinsamer Input im Rahmen des Formats „KlimaKompakt“ ist vorgesehen
  • In der bundesweiten Vereinigung „Klimaallianz“ wurde eine Arbeitsgruppe „Klima & Gender“ gegründet, an der sich das Projekt beteiligt

Vergangene Veranstaltungen

  • 22.04.2024: Kick-Off

    Zum Projektauftakt wurden Stakeholder aus unterschiedlichen Bereichen eingeladen, um die bisher gesammelten Erkenntnisse vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Ziel der Veranstaltung war es, Rückmeldungen einzuholen, gemeinsame Visionen zu entwickeln und daraus erste Handlungsaufträge für das Projekt abzuleiten.

  • 04.12.2024: Follow-Up

    Im Rahmen des Follow-Ups wurden die Ergebnisse der bisherigen Handlungsaufträge vorgestellt und gemeinsam reflektiert. Zudem wurden erste Themenschwerpunkte festgelegt und Arbeitsgruppen gegründet, die seitdem an konkreten Maßnahmen arbeiten.

  • 27.05.2025: Diversity-Tag

    Am Diversity-Tag trat die Stadt Freiburg als erste Maßnahme im Themenschwerpunkt „Klischeefreie Berufsorientierung“ der Initiative Klischeefrei bei. Gleichzeitig erhielten Berufsberater*innen aus Freiburg die Möglichkeit, an einer Schulung teilzunehmen und auf klischeefreie Lehrmaterialien zurückzugreifen.

  • 21.10.2025: Youth for Energy Futures

    Im Rahmen der Veranstaltung wurde „Klimaheldin im Handwerk“ als Best-Practice-Beispiel für kommunale Klimaschutzprojekte vorgestellt. 

  • 10.12.2025: Vernetzungstreffen aller Mitwirkenden

    Beim Vernetzungstreffen kamen alle am Projekt beteiligten Stakeholder zusammen, um Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen zu präsentieren und gemeinsam weiterzuentwickeln. Darüber hinaus wurden Anregungen gesammelt und mögliche zukünftige Maßnahmen konkretisiert.

Infomaterial

Projektübersicht

Alle Informationen zum Herunterladen in einem Dokument.

Fragebogen-Ergebnisse

Zufriedenheit und Erfahrungen von weiblichen Auszubildenden im Handwerk der Region Freiburg.

Interview-Ergebnisse

Wünsche an Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten von Frauen im Handwerk der Region Freiburg.

Poster: Faires Handwerk

Regelungen für eine diskriminierungsfreie und chancengerechte Ausbildungs- und Arbeitsumgebung. 

Ausblick

Der Zukunftsfonds Klimaschutz ist derzeit bis Ende 2028 ausgeschrieben. Unser Ziel ist es, nachhaltige Strukturen zu schaffen, die über die Projektlaufzeit hinaus Bestand haben. Deshalb legen wir großen Wert darauf, Akteur*innen regelmäßig zusammenzubringen und Praxiserfahrungen einzubeziehen. Dazu gehört der kontinuierliche Austausch mit Praxispartner*innen, die Evaluation der Maßnahmen und die Weiterentwicklung unserer Ansätze.

Projektträgerin

Klimaheldin* im Handwerk ist ein Projekt der Kontaktstelle Frau und Beruf Freiburg – Südlicher Oberrhein. Die Kontaktstelle ist Teil des Landesprogramms „Kontaktstellen Frau und Beruf Baden-Württemberg“ in Trägerschaft der Stadt Freiburg.

Das Projekt wird vom Zukunftsfonds Klimaschutz der Stadt Freiburg finanziert und verbindet zwei zentrale Zukunftsthemen: Klimaschutz und Gleichstellung.

Kontakt

Bei Fragen zum Projekt oder Interesse an weiteren Informationen freuen wir uns über Austausch, Kooperationen und neue Impulse.

Projektleitung: Sandra Pfeifer
Mail: Sandra.Pfeifer(at)freiburg.de
Telefon: +49 (0)761 201 - 1733
Mobil: +49 (0)151 157 575 48


*Unser Projekt richtet sich vor allem an Personen, die sich als Frauen identifizieren. Wir verstehen Geschlecht jedoch nicht binär und möchten mit unseren Angeboten einen offenen Raum schaffen, in dem sich FLINTA*-Personen willkommen und mitgedacht fühlen.