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Frau & Berufsweg

Das Landesprogramm Kontaktstellen Frau und Beruf bietet Frauen individuelle Beratung zu allen beruflichen Fragen, von der beruflichen Orientierung über den Wiedereinstieg bis zur beruflichen Weiterentwicklung.     

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Die Kontaktstellen Frau und Beruf sind Ansprechpartnerinnen für die Wirtschaft und für Unternehmen, die sich für Chancengleichheit und die berufliche Frauenförderung einsetzen.

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Das Landesprogramm Kontaktstellen Frau und Beruf engagiert sich in Partner-Netzwerken, pflegt Kontakte und stellt Verbindungen zu anderen, relevanten Netzwerken und Kooperationen her, um die Gleichstellung von Frauen im Berufsleben zu fördern.

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Mentorinnen-Programm

Die Kontaktstellen Frau und Beruf fördern mit dem Mentorinnen-Programm die Integration von Frauen mit Migrationserfahrung in den Arbeitsmarkt des Landes Baden-Württemberg

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Die Kontaktstellen fördern die Integration von Frauen mit Migrationserfahrung in den Arbeitsmarkt

Liebe Leser*innen,

die folgende Erfolgsgeschichte erzählt von der Kooperation der Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken mit dem KreisLandFrauenverband Heilbronn.

Aus der gemeinsamen Zusammenarbeit ist eine innovative Veranstaltungsidee erwachsen: ein öffentliches Online-Seminar zum Thema Kommunikation und Missverständnisse. An drei verschiedenen Standorten wurde eine Live-Übertragung angeboten - so konnten die Teilnehmerinnen sowohl analog vor Ort als auch digital an der Veranstaltung teilnehmen.


Viel Spaß beim Lesen!


Erfolgsgeschichten 360 Grad

Erfolgreiches neues Format der Kontaktstelle Heilbronn Franken in Kooperation mit den KreisLandFrauen


Portrait Brigitte Krummlauf
Portrait Brigitte Krummlauf

Brigitte Krummlauf, KreisLandFrauenverband Heilbronn

Brigitte Krummlauf ist seit 2016 Vorsitzende des KreisLandFrauenverbands Heilbronn und mit vollem Engagement bei der Sache: „Unser Ziel ist die Bildung in Gemeinschaft, damit sind wir im Landesverband der größte organisierte Bildungszusammenschluss für Frauen – mit rund 6000 Mitgliedern. Wir bieten Qualifizierungsangebote und Seminare zu relevanten Themen an. Dabei ist immer unser Anspruch, möglichst viele Frauen zu erreichen und den Dialog zwischen den Generationen herzustellen.“ Mit der Kontaktstelle Heilbronn-Franken ist der Frauenverband in verschiedensten Netzwerken organisiert, die Idee zur engeren Kooperation ist auf der Bundesgartenschau 2019 entstanden.


Portrait Jasmin Lang
Portrait Jasmin Lang

Jasmin Lang, Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken

Jasmin Lang berät in der Kontaktstelle Heilbronn-Franken und bietet Frauen zielgerichtete und bedürfnisorientierte Unterstützung bei allen beruflichen Fragen. „Wir wollten die bestehende Zusammenarbeit mit den Landfrauen nutzen, um mehr Frauen ansprechen und erreichen zu können. Unser Ziel war es, gemeinsam ein virtuelles Format zu entwickeln, das Frauen miteinander vernetzt. Wir haben bemerkt, dass die Hemmschwelle zur digitalen Kommunikation bei älteren Menschen sehr viel größer ist, viele haben Angst vor der Technik. Um diese digitale Barriere zu überwinden, haben wir ein niedrigschwelliges Angebot entwickelt – ein öffentliches Online-Seminar. Interessierte Frauen konnten am Veranstaltungstag entweder digital von zu Hause aus oder ganz klassisch live vor Ort teilnehmen. Dafür haben wir an drei verschiedenen Standorten eine Art ‚Public Viewing‘ angeboten. Die Frauen hatten so die Möglichkeit, auch in Präsenz zusammenzukommen und sich gemeinsam weiterzubilden.“


An drei verschiedenen Standorten konnte erstmalig ein Seminar als eine Art ‚Public Viewing‘ angeboten werden. 260 Frauen aus ganz Baden-Württemberg waren begeistert!

Mit diesem hybriden Angebot hatten die Organisatorinnen eine kleine Vorreiterrolle inne: „Durch die Corona-Pandemie haben die Themen Digitalisierung, digitale Kompetenz und digitales Lernen wieder stark an Bedeutung gewonnen. Wir hatten das große Glück, die Veranstaltung schon vor Corona geplant und umgesetzt zu haben. Unser virtuelles Angebot ging all diesen Diskursen voraus. So konnten wir in Ruhe und ohne Druck ein digitales Format entwickeln, das auch die älteren Zielgruppen erreicht und von Online-Formaten überzeugt hat“, erzählt Jasmin Lang von der Kontaktstelle Heilbronn-Franken.

„Wir konnten für unsere Idee eine tolle Referentin gewinnen, mit der wir auch schon das eine oder andere Seminar organisiert haben. Frau Rosenbusch hat uns bei der Entwicklung des Formats und der inhaltlichen Ausrichtung sehr unterstützt und wichtige Impulse gegeben. Wir haben uns die Frage gestellt, welches Thema alle Generationen gleichermaßen betrifft und anspricht. Hier sind wir auf den großen Themenkomplex ‚Kommunikation‘ gestoßen“, erklärt Jasmin Lang. „Kommunikation ist ein wichtiges Schlüsselthema. Sprache strukturiert unseren Alltag und hat Einfluss darauf, wie wir von anderen wahrgenommen werden. Umso schlimmer, wenn in der Kommunikation Missverständnisse entstehen. Stressfreie Dialoge mit wenigen Missverständnissen sind das Ziel. Deshalb haben wir unserer Veranstaltung auch den Titel ‚Weniger 'Miss' und mehr Verständnis‘ gegeben“, ergänzt Brigitte Krummlauf. Kommunikation bewegt eben alle, ganz unabhängig von Alter, Geschlecht oder Beruf.

„Als die inhaltliche Ausrichtung feststand, ging es darum, die Veranstaltung öffentlichkeitswirksam zu bewerben und unsere Netzwerkpartner*innen zu mobilisieren. Alle Landfrauenverbände wurden informiert, wir haben Anmeldungen aus ganz Baden-Württemberg erhalten – unser Vorhaben ging richtig viral“, erzählt Jasmin Lang. „Um gerade den älteren Frauen die Berührungsängste mit der Technik zu nehmen, hat unsere Referentin Frau Rosenbusch ein Video-Teaser aufgenommen, um das Format 'Webinar' zu erklären – das war wirklich klasse.“

Über Missverständnisse, Wahrnehmung und nonverbale Kommunikation
„Wie entstehen Missverständnisse in der Kommunikation und wie lassen sie sich vermeiden?“ Dieser Kernfrage gingen am Veranstaltungstag die Teilnehmerinnen zusammen mit der Referentin Frau Rosenbusch nach.
Missverständnisse in der Kommunikation haben zumeist zwei Ursachen: entweder fehlt es auf der einen Seite am verständlichen Ausdruck oder auf der anderen Seite am Zuhören. Eine Erkenntnis aus der Kommunikationslehre zeigt: Wahr ist nicht das, was ich sage, sondern das, was der andere hört. Hier greifen individuelle Sprech- und Hörmuster, die sowohl das Meinen und Ausdrücken als auch das Wahrnehmen und Interpretieren beeinflussen. Jeder hat also eine eigene Weltanschauung, basierend auf biografischen Erfahrungen - wenn alle vom „Gleichen“ reden, können sie trotzdem etwas anderes meinen. Deshalb empfiehlt die Referentin:

•    Drücken Sie sich konkret aus, desto weniger Missverständnisse gibt es.
•    Nutzen Sie Mimik und Gestik als wichtige Kommunikationsmittel.
•    Lassen Sie sich erklären, was verstanden wurde.

Eine weitere wichtige Erkenntnis: Kommunikation verläuft immer zweidimensional. Sie besteht nicht nur aus dem, was jemand sagt (Sachebene), sondern auch aus dem, wie etwas gesagt wird (Beziehungsebene). Die Sachebene macht nur etwa 20 Prozent der Kommunikation aus. Während auf Sachebene verbal kommuniziert wird, ist die Beziehungsebene oft Teil der nonverbalen Kommunikation und drückt sich in Körpersprache, Mimik, Gestik und Tonfall aus. Emotionalen Gehalt finden wir nicht in dem, was jemand sagt, sondern besonders darin, wie es gesagt wird. Die Qualität der Kommunikation spielt sich also auf der unbewussten Beziehungsebene ab.
Die Tipps der Expertin für eine sachorientierte Gesprächsführung:

•    Weich zu den Menschen, hart in der Sache.
•    Die Beziehungs- und Sachebene trennen.
•    Verkörpern Sie, worüber Sie sprechen.

Digitale Transformation
„Wir haben mit unserem Angebot eine überdurchschnittlich große Reichweite erzielen können. Besonders gefreut hat uns das große Presseecho und die regionenübergreifende Teilnahme. Es waren Frauen aus ganz Baden-Württemberg mit dabei. Durch die Option der digitalen Teilnahme konnten wir die regionalen Grenzen räumlich aufheben“, fassen Jasmin Lang und Brigitte Krummlauf ihre Veranstaltung zusammen. „Insgesamt haben rund 260 Frauen teilgenommen, circa 80 davon in den drei ‚eigenen‘ Außenstellen, die das Online-Seminar live vor Ort übertragen haben. Es gab sechs Gäste-Public Viewings zwischen Gundelsheim und Geislingen, viele Frauen haben sich also auch privat zusammengeschlossen. Das Altersspektrum reichte von 30 bis 80 Jahren.“ Auch nach dem Online-Seminar standen die Frauen noch im Austausch. Es fanden in allen Außenstellen Feedbackrunden statt, in denen Alltagssituationen diskutiert und Beispiele und Anekdoten für fehlgeschlagene Kommunikation ausgetauscht wurden.

Sowohl bei der Kontaktstelle Heilbronn-Franken als auch bei den KreisLandFrauen hat das Pilotprojekt zu Veränderungen geführt. Jasmin Lang erklärt: „Durch die Organisation unseres öffentlichen Online-Seminars haben wir wichtige Erfahrungswerte sammeln können, die uns den Weg zur digitalen Transformation geebnet haben. Wir haben mittlerweile einen Großteil unseres Veranstaltungskalenders ins Digitale überführt – weg von realen Präsenzvorträgen hin zu mehr digitalen Wagnissen. Auch wenn die Idee zu dem Hybridformat schon vor der Pandemie entstanden ist, war das Corona-Virus in dieser Hinsicht natürlich ein Digitalisierungstreiber. Plötzlich ließ die pandemische Lage keine Präsenzveranstaltungen mehr zu. Wir mussten schnell handeln, um den Frauen weiterhin interessante und informative Veranstaltungsformate anbieten zu können.“

Und die Landfrauen haben „Grenzenlos digital“ zu ihrem Leitthema für die nächsten drei Jahre gemacht: „Wie bei jeder gesellschaftlichen Veränderung gehen mit der Digitalisierung im Bildungsbereich Möglichkeiten und Herausforderungen einher. Sie eröffnen Chancen durch neue Lernmethoden im Bereich des digitalen Lernens. Dieses Potenzial möchten wir auch in Zukunft nutzen.“, fasst Brigitte Krummlauf zusammen.

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